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A Standard Schriftgröße A + Schriftgröße vergrößern A + Schriftgröße weiter vergrößernBeruf, Haushalt oder Freizeit – überall ist die Zeit knapp. Was tun? Multitasking oder mehrere Dinge gleichzeitig erledigen, lautete die Devise. Inzwischen haben Hirnforscher bewiesen, dass Multitasking Zeit kostet, stresst und zu Fehlern verführt. Die neue Marschregel: „Eins nach dem anderen tun.“
Ein Ohr am Telefon und gleichzeitig die Ablage erledigen, nebenbei eine To-do-Liste schreiben. Multitasking regiert in fast jedem Büro (und Haushalt). Um Zeit zu sparen, erledigen wir viele Dinge gleichzeitig. Das erscheint auf den ersten Blick logisch, ist es aber nicht.Denn unser Gehirn ist nicht wirklich multitaskingfähig. „Zu einem bestimmten Zeitpunkt kann immer nur ein einziger Sachverhalt im Zentrum des Bewusstseins stehen“, erklärt der Hirnforscher Professor Ernst Pöppel, Vorsitzender des Humanwissenschaftlichen Zentrums der Münchner Ludwig-Maximilian-Universität. Die mentale Gegenwart dauert etwa vier bis sechs Sekunden. In diesem zeitlichen Rahmen bewegt sich das Hier und Jetzt, führt Pöppel weiter aus. Welche Mechanismen dieser „neuronalen Stoppuhr“ zugrunde liegen, ist noch unbekannt.
Gleichzeitigkeit – das kann unser Gehirn nicht leisten
Multitasking, dieser Begriff stammt aus der Informatik und bedeutet, dass ein Computer-Betriebssystem mehrere Prozesse in sehr kurzen Abständen abwechselnd aktiviert und damit scheinbar gleichzeitig bewältigt. Zwischen verschiedenen Aufgaben schnell hin- und herwechseln kann das menschliche Gehirn auch. Aber eine echte Gleichzeitigkeit ist für das Denkorgan nicht möglich. „Mit einer sehr groben zeitlichen Auflösung mag man von Multitasking sprechen“, so Pöppel, „Dies erfordert allerdings eine eigene Logistik des Gehirns. Der Arbeitsspeicher unseres Gehirns kann im Hintergrund Informationen aufbewahren, die im nächsten Augenblick zu Verfügung stehen.“
Multitasking kostet Zeit
Wie sich Multitasking etwa bei der Arbeit auswirkt, haben verschiedene Hirnforscher untersucht. Dabei zeigte sich, dass die schnelle Umstellung auf neue Anforderung jedes Mal Zeit kostete: Je komplizierter die Aufgabe, umso größer der Zeitverlust. Auch reagierten die Probanden langsamer und machten mehr Fehler. Insgesamt, so das ernüchternde Fazit, sinkt die Leistung des Gehirns auf knapp die Hälfte der Leistung, wenn man sich nicht mindestens zehn Minuten auf eine Sache konzentriert.
Alternativen zum Multitasking
Aus diesen Ergebnissen lassen sich praktische Arbeits-Tipps ableiten:
Mehr Effizienz mit MRT
Um das Arbeitsgedächtnis zu trainieren, eignet sich besondersdas Mentale Relaxations Training (MRT). Denn viele Menschen unterschätzen die nötigen Erholungsphasen, sie wollen immer Vollgas geben. Eine kurze Entspannung von fünf Minuten entlastet jedoch den Arbeitsspeicher des Gehirns erheblich. Danach kann wieder der volle Einsatz gefahren werden. Probieren Sie es aus!
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