Aufbau des Gehirns

Das Gehirn ist der im Kopf gelegene Teil des Zentralnervensystems. Es besteht hauptsächlich aus Nervengewebe, wird von den Hirnhäuten überdeckt und schließlich durch die Schädeldecke geschützt. Das Gehirn selbst schwimmt im Hirnwasser, dem Liquor. Dadurch ist es vor Verletzungen und Erschütterungen geschützt. 


Unterteilt wird das Gehirn in Großhirn, Kleinhirn, Zwischenhirn, Hirnstamm mit dem Mittelhirn und Nachhirn. Weiter wird das Gehirn in zwei Hälften, sogenannte Hemisphären eingeteilt, die durch einen dicken Nervenstrang, genannt Corpus callosum, miteinander verbunden sind.


Der unterste Gehirnabschnitt ist zugleich der älteste Teil des Gehirns: der Hirnstamm. Hier befinden sich das Nachhirn (verlängertes Rückenmark), die Brücke (Pons) und das Mittelhirn. Das Nachhirn ist zuständig für die zahlreichen unbewussten Vorgänge in unserem Körper wie Herzschlag, Atmung und Stoffwechsel. Die Brücke dient als Verbindung zwischen Nach- und Mittelhirn. Das Mittelhirn leitet Informationen in die übrigen Teile des Gehirns sowie zu den Muskeln weiter.


Es folgt das Zwischenhirn, wo unter anderem sinnliche Reize empfangen und in andere Regionen des Gehirns weitergeleitet werden. Zugleich werden die von dort kommenden Befehle an die entsprechenden Muskeln weitergeleitet. Auch das Hormonsystem wird hier reguliert.


Das Kleinhirn ist vom Volumen betrachtet der zweitgrößte Teil des Gehirns. Es lagert sich hinten auf dem Hirnstamm auf und hat die Aufgabe, uns im Gleichgewicht zu halten sowie unsere Bewegungen zu koordinieren. Von oben wird das Kleinhirn vom evolutionsbiologisch jüngsten und zugleich größten Teil unseres Gehirns verdeckt, dem Großhirn.


Das Großhirn bildet 80 Prozent der gesamten Gehirnmasse. Die äußerste Schicht des Großhirns ist die Großhirnrinde. Diese ist etwa 2 bis 3 Millimeter dick und wird auch als graue Substanz bezeichnet. Sie zeichnet sich durch zahlreiche Falten aus. Diese dienen einzig und allein der Vergrößerung der Oberfläche. Allgemein kann man sagen: Je größer die Oberfläche der Großhirnrinde, desto weiter entwickelt ist das Lebewesen. Ein Teil der Großhirnrinde bekommt vom Thalamus die aus sinnlichen Reizen gewonnenen Informationen, verarbeitet diese und leitet sie weiter an andere Bereiche der Großhirnrinde. Diese kombinieren die bei ihnen eingehenden Informationen und leiten das Ergebnis weiter in Bereiche, in denen die kombinierten Informationen in motorische Befehle für die Muskeln übersetzt werden.


Der räumlichen Teilung des Großhirns in die linke und rechte Gehirnhälfte zeigt sich auch in der funktionalen Aufgabenverteilung. In der linken Gehirnhälfte befindet sich unter anderem das Sprachzentrum. Sie ist zuständig für das begriffliche, logische Denken. Die rechte Gehirnhälfte ist der Ort unseres räumlichen Denkens und gilt gemeinhin als Sitz der Fantasie.

 

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