Das Gehirn dient dazu, sämtliche Sinneseindrücke zu verarbeiten, komplexe Verhaltensweisen zu koordinieren und Körperfunktionen aufrecht zu erhalten. Dabei folgt das Gehirn dem Prinzip der Arbeitsteilung. Nicht jede Information gelangt bis zum Bewusstsein. Der Großteil der ankommenden Informationen wird unbewusst verarbeitet. Diese Filterung ist notwendig, um unser Bewusstsein nicht zu überfordern. Unbewusste Vorgänge wie Atmung, Herzschlag oder Verdauung werden im Nachhirn organisiert. Die Koordination dieser Abläufe würde die Gehirnregionen, welche für die bewusste Wahrnehmung verantwortlich sind, schlicht überfordern. Weil solche Aufgaben jedoch ausgeblendet werden und automatisch „im Hintergrund“ ablaufen, wird die menschliche Aufmerksamkeit überhaupt erst möglich.
Sämtliche Wahrnehmungen werden als Bild auf die Großhirnrinde projiziert. In verkleinerter Form wird das Bild dann im Gehirn gespeichert und kann zu einem späteren Zeitpunkt als Erinnerung wieder auf die Großhirnrinde projiziert werden. Da bei der Verkleinerung Informationen verloren gehen, entspricht die Erinnerung hinsichtlich ihrer Detailtreue nicht mehr dem ursprünglichen Bild. Wesentliche Informationen bleiben aber erhalten.
Die Weiterleitung von Informationen und Befehlen erfolgt dabei im gesamten Gehirn über sogenannte Neuronen, die Nervenzellen des Gehirns. In den Neuronen werden elektrische Impulse in chemische Zusammensetzungen übertragen und können so von einem Neuron an andere Neuronen weitergegeben werden. Jedes einzelne Neuron ist hierzu im Durchschnitt mit 10.000 weiteren Neuronen verbunden. Nur aufgrund der ausgeprägten Vernetzung der Nervenzellen untereinander ist die extrem hohe Rechenleistung des menschlichen Gehirns überhaupt möglich.
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