Stellen Sie sich ein Büro vor mit 100 Milliarden Mitarbeitern, an jedem Platz eine Hi-Tech-Telefonzentrale und jeder kommuniziert gleichzeitig mit der Außenwelt oder mit 10.000 anderen Kollegen. Unvorstellbar? Willkommen im Gehirn. Rund 100 Milliarden Nervenzellen, die Neuronen, bilden hier ein gigantisches Kommunikations-Netzwerk.
Jede Zelle hat bis zu 10.000 kleine Antennen, die Dendriten, über die sie Informationen empfängt und als elektrischen Impuls blitzschnell weiterleitet. Die Anzahl der möglichen Kommunikationswege in unserem Gehirn ist daher enorm. Dazu sind die Gehirnzellen mit 100 Billionen Synapsen, das sind die „Verbindungsstellen“ der Nervenzellen, miteinander verschaltet. Jeder Gedanke, jede Erinnerung, jedes Gefühl löst ein präzises Feuerwerk aus und aktiviert über die Synapsen ein bestimmtes neuronales Netz, ein Verbindungs- oder Erregungsmuster. Diese „Verbindungsstellen“ kann das Gehirn jederzeit neu bilden oder trennen, auf- oder abbauen, aktivieren, verstärken oder lösen – mit jeder Synapse sind Aktivierungsmuster von Nervenzellen, spezifische Informationswege gespeichert. Den Auf-, Um- oder Abbau von Synapsen spüren wir: wir können Neues lernen, – oder Unbenutztes vergessen. Dieses grandiose Netzwerk im Kopf verändert sich jeden Tag. Jede neue Erfahrung bildet neue Verbindungen und schafft ein neues Netzwerk.
Noch besser: Unser Gehirn wird fortlaufend renoviert. Neue Netzwerke werden gebildet und übernehmen die Aufgaben von alten Verbindungen, wenn die z. B. funktionsuntüchtig geworden sind. Für unser Gehirn bedeutet das: unsere mentale Leistungsfähigkeit ist formbar – man kann das Netzwerk im Kopf optimieren, erweitern, zu neuer Höchstform bringen. Was es dazu braucht, sind Reize, neue Impulse. Gehirnzellen lieben es, gebraucht zu werden. Denn über die Gehirnleistung entscheiden die Anzahl der Nervenverbindungen und die Fähigkeit des Knüpfens und Verstärkens der Verbindungen.
Das Gehirn organisiert sämtliche Lebensfunktionen, schafft Bewusstsein und Leistungsfähigkeit und ist zugleich unser „Wohlfühl-Organ“. Aber wann haben Sie bisher daran gedacht, etwas für Ihre „Gehirn-Gesundheit“ zu tun? Fakt ist: mit steigender Lebenserwartung und wachsender Komplexität des Lebens ist das die Frage der Zukunft. Wie können wir unsere kognitiven Fähigkeiten erhalten und verbessern und unsere mentale Balance erhöhen? Die Antwort: Indem wir mehr Bewusstsein für mentale Gesundheit entwickeln – und unserem Gehirn die gleiche Aufmerksamkeit und „Pflege“ zukommen lassen wie unserem Körper.
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